2010
02.15

Herr der Nacktmulle

Ich würde ja gerne noch ein wenig auf Helene Hegemann und “Xocolatl RoadMüll” rumtrampeln. Ich sollte es besser lassen. Vielleicht habe ich ja ein Problem mit frühreifen Wohlstandskindern, die aufgeschnappte Gedanken als pseudointelektuelle Wortklauberei wiederkäuen. Fremdwortspastiker mit eigenen Gedanken sind mir da lieber. Aber ich tue Helene Hegemann sicher unrecht. Ich muss mich einfach darüber auskotzen, wie alle anderen, die es immer schon gewusst haben, die, die schon seit Jahren an ihrem Buch schreiben wollen. Ja genau! In Wirklichkeit ist sie …. bestimmt ein nettes Mädchen. Und das sie ein wenig ein bisschen vieles das meiste aus ihrem Buch wohl von anderen hatte, daraus sollten wir jetzt auch nicht so aufbauschen. Weil … Ideen und Gedanken kann man nicht stehlen. Nicht im Internet! Das sind dort ja auch nur  … Daten. Und, wir haben es aus amtlichem Munde einer Justizministerin: “Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen.” Gut, dass wir darüber geredet haben. Früher waren so Blogger wie ich gemeine Gedankendiebe, anonyme Aktionsbeschimpfer und Demokratiefeindliche Dummdeppen.

Ab Morgen schreibe ich einen ganz neuen Fantasyroman!

Darin geht es ein einem Bauerndeppen, der ein Epic Item findet, für deren Benutzung sein Level aber nicht ausreicht. Also sucht er sich ein paar Epic Deppen und bewirft sie so lange mit verbalem Unrat, bis sie sich bereit erklären mit ihm zu kommen um das Epic Item bei einem steinalten Rat abzugeben. All das wurde ihm geflüstert von einem geistig moralischem Führer, der ein Faible für kleine … Helden hat.

Mit einem derart authentisch-originellem Text mach ich ne Millionenauflage!

2010
02.12

Tomaten auf den Blättern?

Kann mir mal jemand sagen, warum FAZ, Financial Times und Handelsblatt zeitgleich den “Warum ist Tomatensaft im Flugzeug so beliebt” Artikel bringen? Der ist sowas von meh…!

2010
02.11

zusammen gewürfelte Links 3

Heute unter dem Motto: Seit dem Bildblog nicht nur über Bild blogt, ist ihr metakritischer Mehrwert auf interjounalistischer Ebene der Topographische Anatomie der deutschen Medienlandschaft deutlich überreferenziel.

Entlarven ist gerade sehr in Mode. Es wird einem auch nicht schwer gemacht. Alice Schwarzer entlarvt zum Beispiel Bushido als “kleinbürgerlicher Spießer, der die echt Verzweifelten abzapft”.  Der versucht grade seinen memorialfilm “Zeiten ändern dich” ein wenig zu promoten.  Weil der so schlecht ist, dass man echt verzweifelt ist, wenn man bereit ist sich das Machwerk anzusehen. Diejenigen Armen Sünder die es getan haben, wissen nun: “Denken spielt im künstlerischen Schaffen Bushidos eine untergeordnete Rolle.”

Anderswo wird man erstmal grundlos hochgejubelt. Im F-Teil der Zeitungen zum Beispiel, insofern man eine junge weibliche Autorin ist die ein belangloses, handlungsfreies Buch voller verdrehter Sprachattitüden und etwas Sex oder anderen Schweinereien zu Klopapier gebracht hat. Letztes Jahr hies so ein Buch, glaube ich, “Feuchtgenietet” diesmal “Xocolatl RoadMüll”.Oder so…

Jedenfalls stellt sich heraus, das Traktat ist in großen Teilen geklaut, ein Plagiat, abgekupfert, nachgebaut und fremdbefedert. Und so entlarven sich die F-Redaktionäre in einem Eiertanz der Eitelkeiten, dass sie in ihre selbstgefällige Unfähigkeit  „von der Urheberrechtsdebatte im Internet ebenso wenig verstehen, wie von guter Literatur“.

Man könnte das schon als ein harmloses Beispiel von Autozensur sehen, wie es Peter Phillips seit langer Zeit anprangert. Qualitätsjounalismus wird eben immer mehr zum urbanen Mythos.

Die FDP ist ebenfalls auf dem besten Weg dahin. Also zum Mythos einer wohlfeilen Partei. In der öffentlichen Meinung schon fast wieder an der 5 Prozent Marke hat sie es geschafft in nur 100 Tagen ihr “Standing zu halbieren”. Das muss nicht verwundern, die Minister geben wirklich alles zur eigenen Demontage. Guido Westerwelle fragt aus aktuellem Anlass:” Was sagt eigentlich die Kellnerin mit zwei Kindern zu Forderungen, jetzt rasch mehr für Hartz IV auszugeben?” denn”Wer kellnert, verheiratet ist und zwei Kinder hat, bekommt im Schnitt 109 Euro weniger im Monat, als wenn er oder sie Hartz IV bezöge.” Das lässt sich eigentlich umstandslos beantworten:Wäre ich eine Kellnerin mit zwei Kindern würde einen einheitlichen Midestlohn fordern. Das sieht die “Arbeit muss sich wieder lohnen” Partei natürlich ganz anders.  So nehmen sie denn lieber den Armen und geben es Mövenpick.

Und wer will holt sich jetzt ein Eis.

2010
02.11

gefühlter Terrorismus

Ein aussagekräftiges Bild vom aussagekräftigen annalist blog:

500x_odds-of-airborne-terror21

wir werden alle störben!

2010
02.10

unter 256 Zeichen…

Straßenbahnfahren während der Schulferien ist Erholungsurlaub.

2010
01.12

00-Rückblick

Ok, ich habe das Ende der Nullerjahre voll verschlafen. Und Jahresrückblicke sind ech blöd. Mann soll ja eh nur nach vorne schauen und nicht zurück. Aber ich versuche mich dennoch daran.

1. Nullerjahre klingt scheiße!

2. Das iPhone ist nicht das  Gadget der letzten 10 Jahre. Sowas können nur Medienmenschen und anderer Parallelweltgestalten denken, deren Erinnerungshalbwertszeit unter der von Thorium 223 liegt. In der Welt echter Menschen ist der Hype noch nicht angekommen. Wenn wir schon ein blödes Apple-Produkt als stilgebend bezeichnen müssen, dann den iPod. Erwähnenswert wäre auch die Tatsache, dass mit dem Asus Eee-PC die Netbooks in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.

3. Spekulations- und Wirtschaftsblasen. Wir hatten eine unglaubliche Blasenspur in den letzten zehn Jahren. Angefangen hat es mit der dot.com-Blase und vorläufiger Höhepunkt die Dubai-Blase. Mal sehen, ob inzwischen daraus gelernt wurde … ich fürchte eher nicht. Wir sehen uns auch in Zukunft gehäufter Blasenentleerungen ausgesetzt.

4. WEB 2.0: klingt zwar wie … Punkt Eins. „user generated contend” ist auch nicht besser, aber erfolgreicher. Siehe Facebook, Youtube und Konsorten. Was uns in dieser Suppe eingebrockt wurde, werden wir irgendwann noch rausfinden, fürchte ich.

2010
01.07

stopp the press!

Frankreich ist endlich im Mittelalter angekommen. Nach dem fasch dummen HADOPI Gesetz nun auch eine Google-Steuer. Die Werbeeinahmen der Suchmaschinen soll abgeschöpft werden und notleidenden “Presse- und Medienhäusern ” sowie “Anbietern von onlinevertriebener Musik und Filmen sowie elektronischen Büchern”. Springer und DuMont reiben sich bestimmt schon die Hände. Als nächstes kommt auch die Web-Inquisition gegen die restlichen nonkonformen Digital Natives.

Es wird wohl Zeit für einen Kreuzug gegen die Internet-Katholiken!