2010
02.26

Literaturliebe

Literaturbegeisterter Libertin mit Fremdwortfetisch
und Neigung zu exotischen Satzstellungen
auf der Suche nach belletristisch begabter Gespielin
mit Nachsicht bei transpositionierenden Buchstaben
zwecks Austausch von Wörtersüßigkeiten
je nach Lust und Präferenz wahlweise
in prickelnder Prosa und lüsterner Lyrik.

2010
02.25

Reisebegegnungen I

„Was ist das Ziel ihrer Reise?”

„Anzukommen, hoffe ich.”

„Wo möchten die denn ankommen?”

„Das wüste ich auch gerne! Ich habe das Gefühl schon mein ganzes Leben unterwegs zu sein. Immer in Bewegung und nie sind meine Gedanken lang genug an einem Ort um wirklich zu verweilen. Ich fühle mich getrieben, ich muss immer wissen, was hinter dem nächsten Hügel, Berg oder Felsen ist.”

„Vielleicht haben sie nur nicht den Ort gefunden, der ihnen all das gibt was sie suchen. Wenn sie ihn gefunden haben   kommen sie sicher zu inneren Ruhe”

„Sollte ich dafür nicht wissen was ich suche? Wenn man nicht weiß was einem fehlt, wie sollte man ein Gefühl dafür bekommen, was man braucht um zur Ruhe zu kommen? ”

„In dem man nicht darüber nachdenkt, was hinter dem nächsten Hügel, Berg oder Felsen ist und sich den Dingen hingibt die diesseits des Horizontes liegen”

„Und wenn diese Dinge mich langweilen oder mir nicht gefallen?”

„Ich denke, wenn sie dieses oder jenes langweilig finden, so haben sie es noch nicht in all seinen Facetten betrachtet, um sich dafür faszinieren zu können”

„Könnte es nicht sein, dass es mich langweilt weil ich es aus allen Blickwinkeln betrachtet habe? Verliert eine Sache nicht dann ihre Faszination wenn man glaubt alles darüber zu wissen? Oder wenn all das, was einem relevant erscheint bereits aufgedeckt und durchdacht wurde? Verzeihen sie, wenn es so klingt als ob ich mich vor ihnen spreizen möchte, ich will damit nicht behaupten alles Wissen dieser Welt in mich aufgesogen zu haben, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, es erscheint mir als einzig erstrebenswert. Aber manchmal flüstert mir das Gefühl, es würde nicht mehr hinzu kommen  und meiner übersättigten Welt lässt sich nichts mehr hinzufügen. Gleich einem winzig kleinen Glas voll Wein, welches nicht in der Lage ist den restlichen Geist aus der Flasche in sich aufzunehmen Ich wünschte dann das Glas würde sich leeren lassen und ich könnte es wieder mit einem Strom aus Erfahrung und Erkenntnis füllen Es wäre mir gleich ob dieser Tropfen süß oder bitter schmeckt, so langer sie voller Kraft und Aroma die Sinne reizen.”

„Auch wenn sie mir nicht so erscheinen, das angemessene Alter für so eine Sättigung erreicht zu haben, so muss ich doch zustimmen, dass wir Menschen mit der Zeit die erkannte Welt aus unserem Archiv an Erfahrungen zitieren, sobald wir glauben, es würde auf diesen oder jenen Aspekt gerade gut passen Doch leider macht das zitieren einer vermeintlich interessanten Passage, sei es aus einem Buch oder dem Leben die menschliche Natur träge oder stumpft ihn sogar ab. Nichts ist für mich langweiliger, als meine Zeit in Gesellschaft jener Zeitgenossen zu verbringen, die zu jeder Gelegenheit aus einem bekannten Stück zitieren können und dies auch jedem zeigen müssen. Kennt man selber die aufgebackenen Worte, so sind sie im besten Fall langweilig, bei bereits mit den eigenen Gedanken abgeklärt und durchdacht. Hört man sie dagegen zum ersten Mal, so mögen sie vielleicht interessant erscheinen, doch machen sie nicht neugierig auf die Person welche diese Worte nur nachplappert. Er bleibt nur Übermittler der Gedanken anderer. Auch wenn ein Papagei gut unterhalten mag, sind die gekrächzten Worte die Gedanken anderer. Und selbst wenn wir nur uns selbst zitieren, ist es nur der Abklatsch eines Lebens, das wir mal führten. Der Mensch erstarrt zu einem Abbild, welches sich immer mehr von seinem tatsächlichen Lebenswandel entfernt. Es degeneriert die Seele im Stillstand wie auch die Zeichnung von etwas fließendem nichts weiter ist als erstarrte Bewegung Vielleicht ist es daher vollkommen angemessen, wenn sie selbst immer unterwegs sind, weil sie fürchten innerlich zu erstarren. Auch denke ich, dass getriebene Menschen wie sie entweder  vor etwas fliehen oder etwas hinterher jagen, so wird eines Tages der Moment kommen an dem diese Jagt ihr Ende gefunden hat und sie die Welt von dem Vorgarten ihres Hauses betrachten können und immer noch etwas neues entdecken werden. Sind wir doch mehr als einfache Behälter voller Wein, weil der Mensch ungleich komplizierter als ein Glaskelch ist. Es gibt oft Situationen in denen wir glauben es würde sich nichts entwickeln oder alles wäre festgefahren. Aber wenn man die Sinne nicht verschließ und der Geduld ihren Raum lässt, so kann auch ein ganz kleines Moment etwas Großes in Gang bringen”

2010
02.25

I want to have this Plakat!

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2010
02.17

Vorwort zur Reise

Willkommen in meinem Seelenreich, seien sie mein Gast. Während des Durchlesens bitte nicht zu weit hinaus lehnen, es besteht ein leichtes Ungleichgewicht in den Wortfarben. Vermeiden sie es, in ausgetretenen Pfaden zu denken. Folgen sie nicht dem Kaninchen, es ist eine Illusion. Sollten sich keine Evokationen bei ihnen einstellen, wechseln sie Zeit und Raum der Wahrnehmung.

Achten sie nicht zu genau auf assoziative Seiteneffekte, sie unterliegen einer Unschärferelation. Diese Welt ist nichteuklidisch. Periodisch erscheinende Verschiebung, Brechung  und Beugung der Bezugskoordinaten  sind inhärent typisch.  Sämtliche Erscheinungen sind semipermanent und refraktografisch. Numerische Angaben sind ohne Gewähr und liegen meist als irrationale Zahlen vor, die mit  einem reziproken Schönhage-Strassen-Algorithmus  radiziert wird.

Interaktionen mit den nativen Bewohnern sind mit Vorsicht einzuleiten. Die Mehrheit der Personen ist  multiplexen Ursprungs.  Ambivalenz, Exzentrizität und Habitus der Personen sind in der Mischung in dieser Welt endemisch. Seelenmigrationen über die rationalen Grenzen der Welt hinweg sind durchaus im Bereich der bedingten Wahrscheinlichkeit.  Hypervelozitatorische  Gedanken sollten besser gnoriert werden, sie tendenzieren dazu im Sande zu verlaufen.

Diktionshoheit ist von externer Seite explizit nicht gegeben. Machen sie dem Erbauer des Reiches keine Vorhaltungen und Nachberechnungen, diese Welt mag umsonst sein hat aber ihren Preis.

2010
02.15

Herr der Nacktmulle

Ich würde ja gerne noch ein wenig auf Helene Hegemann und “Xocolatl RoadMüll” rumtrampeln. Ich sollte es besser lassen. Vielleicht habe ich ja ein Problem mit frühreifen Wohlstandskindern, die aufgeschnappte Gedanken als pseudointelektuelle Wortklauberei wiederkäuen. Fremdwortspastiker mit eigenen Gedanken sind mir da lieber. Aber ich tue Helene Hegemann sicher unrecht. Ich muss mich einfach darüber auskotzen, wie alle anderen, die es immer schon gewusst haben, die, die schon seit Jahren an ihrem Buch schreiben wollen. Ja genau! In Wirklichkeit ist sie …. bestimmt ein nettes Mädchen. Und das sie ein wenig ein bisschen vieles das meiste aus ihrem Buch wohl von anderen hatte, daraus sollten wir jetzt auch nicht so aufbauschen. Weil … Ideen und Gedanken kann man nicht stehlen. Nicht im Internet! Das sind dort ja auch nur  … Daten. Und, wir haben es aus amtlichem Munde einer Justizministerin: “Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen.” Gut, dass wir darüber geredet haben. Früher waren so Blogger wie ich gemeine Gedankendiebe, anonyme Aktionsbeschimpfer und Demokratiefeindliche Dummdeppen.

Ab Morgen schreibe ich einen ganz neuen Fantasyroman!

Darin geht es ein einem Bauerndeppen, der ein Epic Item findet, für deren Benutzung sein Level aber nicht ausreicht. Also sucht er sich ein paar Epic Deppen und bewirft sie so lange mit verbalem Unrat, bis sie sich bereit erklären mit ihm zu kommen um das Epic Item bei einem steinalten Rat abzugeben. All das wurde ihm geflüstert von einem geistig moralischem Führer, der ein Faible für kleine … Helden hat.

Mit einem derart authentisch-originellem Text mach ich ne Millionenauflage!

2010
02.12

Tomaten auf den Blättern?

Kann mir mal jemand sagen, warum FAZ, Financial Times und Handelsblatt zeitgleich den “Warum ist Tomatensaft im Flugzeug so beliebt” Artikel bringen? Der ist sowas von meh…!

2010
02.11

zusammen gewürfelte Links 3

Heute unter dem Motto: Seit dem Bildblog nicht nur über Bild blogt, ist ihr metakritischer Mehrwert auf interjounalistischer Ebene der Topographische Anatomie der deutschen Medienlandschaft deutlich überreferenziel.

Entlarven ist gerade sehr in Mode. Es wird einem auch nicht schwer gemacht. Alice Schwarzer entlarvt zum Beispiel Bushido als “kleinbürgerlicher Spießer, der die echt Verzweifelten abzapft”.  Der versucht grade seinen memorialfilm “Zeiten ändern dich” ein wenig zu promoten.  Weil der so schlecht ist, dass man echt verzweifelt ist, wenn man bereit ist sich das Machwerk anzusehen. Diejenigen Armen Sünder die es getan haben, wissen nun: “Denken spielt im künstlerischen Schaffen Bushidos eine untergeordnete Rolle.”

Anderswo wird man erstmal grundlos hochgejubelt. Im F-Teil der Zeitungen zum Beispiel, insofern man eine junge weibliche Autorin ist die ein belangloses, handlungsfreies Buch voller verdrehter Sprachattitüden und etwas Sex oder anderen Schweinereien zu Klopapier gebracht hat. Letztes Jahr hies so ein Buch, glaube ich, “Feuchtgenietet” diesmal “Xocolatl RoadMüll”.Oder so…

Jedenfalls stellt sich heraus, das Traktat ist in großen Teilen geklaut, ein Plagiat, abgekupfert, nachgebaut und fremdbefedert. Und so entlarven sich die F-Redaktionäre in einem Eiertanz der Eitelkeiten, dass sie in ihre selbstgefällige Unfähigkeit  „von der Urheberrechtsdebatte im Internet ebenso wenig verstehen, wie von guter Literatur“.

Man könnte das schon als ein harmloses Beispiel von Autozensur sehen, wie es Peter Phillips seit langer Zeit anprangert. Qualitätsjounalismus wird eben immer mehr zum urbanen Mythos.

Die FDP ist ebenfalls auf dem besten Weg dahin. Also zum Mythos einer wohlfeilen Partei. In der öffentlichen Meinung schon fast wieder an der 5 Prozent Marke hat sie es geschafft in nur 100 Tagen ihr “Standing zu halbieren”. Das muss nicht verwundern, die Minister geben wirklich alles zur eigenen Demontage. Guido Westerwelle fragt aus aktuellem Anlass:” Was sagt eigentlich die Kellnerin mit zwei Kindern zu Forderungen, jetzt rasch mehr für Hartz IV auszugeben?” denn”Wer kellnert, verheiratet ist und zwei Kinder hat, bekommt im Schnitt 109 Euro weniger im Monat, als wenn er oder sie Hartz IV bezöge.” Das lässt sich eigentlich umstandslos beantworten:Wäre ich eine Kellnerin mit zwei Kindern würde einen einheitlichen Midestlohn fordern. Das sieht die “Arbeit muss sich wieder lohnen” Partei natürlich ganz anders.  So nehmen sie denn lieber den Armen und geben es Mövenpick.

Und wer will holt sich jetzt ein Eis.