09.19
Da schau her, der Wahlkampf wird doch noch spannend! Hatte ich noch vor ein paar Wochen rumgejammert, zum schwarzgelben Sondermüll gibt es keine Alternative, gerät auf einmal alles in Bewegung. Erst sinkt das sicher geglaube Vorsprungsfundament der Union, womit der Seehoferflügel mit eigenen Wahlversprechen dem Partner in den Rücken fällt. Danach gibt es ein sterbenslangweiliges Kanzlerduell, welches ironische weise richtig Schwung rein bringt, weil alle den Steinmeier eigentlich für besser halten als Merkel(so richtig auszusprechen traut es sich aber noch keiner). Zugegeben, das hätte sich voraussagen lassen können, denn sobald Kanzlerin Merkel den Mund aufmacht ist alles gesagt, was gegen sie spricht. Ein wohl überlegter Grund, warum sie sich so wenig öffentlich … äußert. Dann hätten wir noch die Opelrettung, die allem Anschein nach ein Fiasko wird und das Asse, das beim Flatratesaufen erwischt wurde. Und wer wills wieder nicht gewesen sein? Die CDU mit dem Persilschein für den Betreiber.
So richtig spannend wird es aber, wenn man die Koalitionsmöglichkeiten als Logiktrainer verkauft.
Wenn Schwarzgelb nicht geht, Westerwelle nicht mit der SPD will, die Grünen dem Flirten der Union die kalte Schulter zeigen, die SPD nicht mehr mit der Union will und schon garnicht auch nur an irgendetwas mit der Linken denken, was wäre da noch möglich?
Die Ampelkoaliton aus SPD, FDP und GRÜNE. Hält das jemand für realistisch? So etwas hat es nur zwei mal auf Landesebene gegeben. Aber was solls, Koalitionsaussagen waren schon immer von geringer Halbwertszeit, denn inzwischen sieht der Spiegel SPD und Linke aufeinander zu gehen…
[Assoziierungen etwas Freilauf lass]
Nee, ist klar!
Müntefering und Steinmeier würden sich lieber die Hand abhacken, als sie Lafontaine und zu reichen. Was wollte der auch mit zwei eiskalten Händen? Wobei in der SPD immer noch Revolutionspotential ist. Andrea Nahles scharrt schon lange mit den Füßen und der Linke Block der Partei würde die Schröderianer sofort aus dem Fenster werfen. Sollte die SPD nicht in die Regierung kommen, ist die Nacht der langen Messer fast sicher.
Immerhin, je langweiliger die Hauptdarsteller des Wahlkampfes, um so spannender das Ergebnis.