08.24
Gesehen und für sehenswert befunden!

Aber beginnen wir bei der Einleitung. Ich war nie ein großer Fan von Tarantino und ich werde sicher nie ein großer Fan werden. Aber mit Inglorios Basterds hat er einen wirklich gelungenen Film abgeliefert. Das schon alleine, weil der Film polarisiert wie schon lang keiner zuvor. Die einen finden ihn geschmacklos, primitiv und antideutsch, womit sie Recht haben, so lange sie in den Untiefen hollywoodscher Flachwassercinematografen fischen. Geschmacklos ist der Film nur, wenn man nicht weiß, dass Quentin Tarantino ein ausgesprochener Fetischist ist. Damit meine ich jetzt nicht seine spezielle Liebe für Damenfüße, sondern seine Zitatelust und Filmbegeisterung. Von den Dia- und Monologen ganz zu schweigen, derer es auch hier fast schon zu viel gab. Blut und Gewaltorgien gehören sowieso zu seinen Filmen dazu und wem das zu viel ist … sollte lieber zu Hause bei Mutti bleiben und Meerschweinchen kuscheln. Primitiv ist der Film keineswegs, auch wenn eben jener Fetischismus einen schnell davon abhält, sich etwas tiefer damit zu beschäftigen. Wer also genau hinschaut, kann sich mit dem deutschen UFA-Film und Leni Riefenstahl auseinandersetzen, die Übernahme brauchbarer Kolaborateure der Aliierten und mit “the good German” sogar in mehreren Facetten. Was es das Antideutsche betrifft, nun ja nicht immer können die Amis die Bösen sein. Was mich direkt zu Christoph Waltz als Col. Hans Landa bringt. Ich habe lange nicht mehr einen so verstörenden Bösewicht gesehen. Versteckt unter einer Narrenkappe, geradezu widerwärtig nett, ist Landa wirklich furchterregend. Christoph Waltz spielt ihn grandios und den kompletten Rest der Entourage an die Wand. Dabei ist das große deutsche Aufgebot bis auf einige Ausnahmen tatsächlich gut. August Diehl zeigt, was er kann und selbst Daniel Brühl gibt seiner Figur Originalität. Über Till Schweiger und Diane Krueger lässt sich, wie immer, streiten. Ich persönlich fand den Cameo von Bela B. amüsanter. Aber auch Bratt Pitt spielte Lt. Aldo Raine allenfalls routiniert, er persiflierte sozusagen sich selbst.
Abschließend bleibt zu sagen, anschauen, genug Sitzfleisch mitbringen, den morbiden Unterhaltungsbedürfnissen Futter geben und wenns Spass macht sogar ein wenig darüber reflektieren!
Wegtreten!
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