07.08
In letzter Zeit mehren sich die Vorschläge von ewig Gestrigen verschiedenen Experten wie man diese böse Welt, also die böse virtuelle Welt natürlich, besser machen soll. Diesmal ist es der nette Herr Manfred Pohl vom Frankfurter Zukunftsrat, der da fordert: “Gewaltvermittlung so teuer [zu] machen, dass es sich nicht mehr lohnt”
[180 Sekunden Pause]
Was soll das sein, ein schlechter Witz, ein dreister Scherz?
Das ist so blöd, daß selbst mir kein ausreichend sarkastischer Spruch dazu einfällt.
Haben wir es inzwischen wirklich mit einer Massenhysterie der Internetphobiker zu tun die vor grassierender moral panic nur noch mit dem Kopf gegen die Wände laufen?
[180 Sekunden Pause]
Bleiben wir also zurückhaltend kritisch und schauen uns mal den Frankfurter Zukunftsrat genauer an. Sind die denn koscher?
Da haben wir als populärsten Namen Wolfgang Clement, Ressortleiter für Politik und Wirtschaft.
Falls jemand nicht sonderlich viel mit der Personalie anfangen kann, dieser Herr ist ein entschiedener Gegner des gesetzlichen Mindestlohns, hält einen großen Teil der ALG2-Bezieher für Sozialschmarotzer und drohte mit Austritt aus der eigenen Partei, wenn diese es wagen sollte, sich irgendwelchen linken Parteien anzunähern. Nur dass wir uns nicht falsch verstehen, Wolfgang Clement ist kein Mitglied der Union oder FDP. Nein, dieser Mann hat ein Parteibuch der SPD!
Das hätte er auch fast abgeben müssen, weil er der Frau Ypsilanti den Dolchstoß geben wollte, denn sie war gegen neue Braunkohle- und Atomkraftwerke in Hessen. Warum er das wohl gemacht hat? Es hat ganz sicher nichts damit zu tun, dass er Vorstand bei RWE ist.
Das verschafft uns ein grobes Bild, wie sich der Frankfurter Zukunftsrat die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands so vorstellt.
Unter der Leitung von Dr. Bernhard Bueb stehen Erziehung und Bildung. Der ehemalige Leiter des Elitegymnasiums Salem erregte Aufsehen durch seine zwei Bücher „Lob der Disziplin” und „Von der Pflicht zu Führen” in denen er die Disziplinierung der Jugend durch Bestrafung propagiert. So etwas kann man auch als schwarze Pädagogik bezeichnen.
Dazu passt auch die die nächste Aussage des Herrn Pohl wie ein Schlag auf den Hinterkopf des einfältigen Schülers:
“So sei ein Pflichtfach “Wirtschaft” mit Schwerpunkt Unternehmenskultur in den Schulen überfällig. “Das Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge ist blamabel”, sagte Pohl auf einer Podiumsdiskussion. ….”
Böse Zungen würden sowas jetzt als Zwangserziehung zu neoliberalen Wirtschaftssklaven nennen, oder so ähnlich.
Und ich würden sagen, dass der Frankfurter Zukunftsrat nichts weiter als eine abgehalfterte Lobbygruppe ist, um uns alle vor den Karren des Raubtierkapitalismus zu spannen. Im Sinne einer Leistungsgesellschaft die nur diejenigen zu Gewinnern macht, die es sich eben leisten können, darf auch die Gewalt der Medien nur noch von denen ungezügelt konsumiert werden, deren Blutgeld ausreichend vorhanden ist.
Mal sehen, wann einer der Moorleichen Experten der Meinung ist, schlechte Laune sollte man so teuer machen, daß es sich nicht mehr lohnt.